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Liposuktion beim Lipödem – ein sicheres Verfahren

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Einige waren entsetzt, andere begrüßten den Vorschlag des Gesundheitsministers Jens Spahn, gesetzlich versicherten Patienten, die Kostenübernahme zur Behandlung eines Lipödems zu ermöglichen. Fest steht: „Die Liposuktion, also Fettabsaugung, ist bei der Operation eines Lipödems ein sicheres und nachhaltiges Verfahren“, sind sich die Plastisch-Ästhetischen Chirurgen Dr. Sonja Tomschik und Dr. Cornelius Grüber einig. Beim Lipödem handelt es sich um krankhafte, schmerzvolle symmetrische Fettansammlungen an Beinen oder Armen, die oft erblich bedingt sind. „Betroffen sind zumeist Frauen, die lange gar nicht wissen, worunter sie leiden“, sagt Dr. Cornelius Grüber. „Dieses vermehrte Fettgewebe entsteht durch eine Fettverteilungsstörung und wird oft als Adipositas missdeutet. Und die Patientinnen leiden unter der Stigmatisierung.“ Im Anfangsstadium kann es tatsächlich schwierig sein, ein Lipödem von krankhaftem Übergewicht abzugrenzen und zu erkennen. Erste Anzeichen zeigen sich meist nach hormonellen Veränderungen wie nach der Pubertät, Schwangerschaft und selten nach den Wechseljahren. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Fettverteilungsstörung gut zu erkennen: Beine und Arme sind sehr voluminös, die Körpermitte sowie Hände und Füße bleiben schlank. Bei einem Bein-Lipödem endet die Fettvermehrung beispielsweise an den Knöcheln, sodass das Fettgewebe im fortgeschrittenen Stadium das Sprunggelenk überlappt. Bei längerem Stehen oder Sitzen und am Abend treten körperliche Beschwerden auf. Die Arme und Beine fühlen sich durch Flüssigkeitseinlagerungen schwer an und Spannungsgefühle sind deutlich spürbar. Betroffene reagieren sehr empfindlich auf Druck und Berührungen und bekommen schnell blaue Flecken.

Lymphdrainage, Kompression und Bewegung

Konservative Therapien weisen mehrere Möglichkeiten aus, um Lipödeme zu behandeln. Empfohlen werden Diäten, die allerdings kaum eine Fettabnahme an den betroffen Stellen bewirken. Ebenso gehören manuelle Lymphdrainagen und maßgefertigte Kompressionsstrümpfe dazu. Mit der Lymphdrainage entstaut der Physiotherapeut Arme und Beine durch sanfte Handgriffe und die Schwellungen unter der Haut verringern sich. Diese Therapie wird vor allem bei einem chronischen Lymphödem angewandt, damit die überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe geleitet wird. Sie ist aber auch bei einem Lipödem wirksam. Betroffene sollen sich zusätzlich regelmäßig bewegen, am besten im Wasser. Bewegung im Wasser hat einen ähnlichen Effekt wie die Lymphdrainage und schont die Gelenke, die durch das vermehrte Fettgewebe stark belastet werden. Zufriedenstellende, gleichmäßige Ergebnisse bringen diese Maßnahmen allerdings selten. Im besten Fall lässt sich die Erkrankung verzögern, eine Heilung ist leider nicht möglich. „Schlimmstenfalls droht einigen Betroffenen Berufsunfähigkeit wegen der Bewegungseinschraänkungen, Gelenkfehlstellungen und Arthrose“, weiß Dr. Cornelius Grüber. Die sekundären Kosten für die sozialen Sicherungssysteme sind hoch. Eine anhaltende Besserung bringt ein operativer Eingriff: „Die Behandlung erfolgt über eine Fettabsaugung, die die Patienten von ihrer Last befreit und den Betroffenen nachhaltig hilft.“

Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄG) ist seit 2014 intensiv am Stellungnahmeverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) beteiligt und befürwortet die Therapie. Natürlich nicht, ohne die Kostenübernahme für jeden Einzelfall prüfen zu lassen. Der Dachverband spricht sich dafür aus, dass eine Fettabsaugung nur von Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie angewendet werden sollte, da sie als einzige Facharztgruppe die Liposuktion bereits in ihrer Weiterbildung erlernen. „Da die Fettzellen krankhaft verändert sind, ist die Absaugung bei einem Lipödem anspruchsvoller, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Oft sind mehrere Eingriffe nötig“, sagt Dr. Cornelius Grüber. Die DGPRÄG fordert daher auf, in der geplanten Methodenaufnahmeverordnung (MAV) gleichzeitig auch klare Anforderungen zur Qualifikation der Leistungserbringer zu formulieren, um so die Qualität der Behandlung für die Patienten abzusichern und sie wissen, zu welchem Arzt sie gehen sollen.

Im Lipödem befinden sich etwa zehnmal mehr Blutkapillaren, die Flüssigkeit an das Gewebe abgeben als Lymphkapillaren, die Flüssigkeit aus dem Gewebe leiten. Der Operateur muss penibel darauf achten, dass Gefäße und Nerven nicht geschädigt werden. Die Liposuktion verringert die Zahl der Fettzellen und deren Blutkapillaren – und damit staut sich weniger Flüssigkeit im Gewebe, die Schwellungen und Schmerzen verursachen. Die erhöhte Wanddurchlässigkeit und Brüchigkeit der verbleibenden Blutgefäße, die für ein Lipödem typisch sind, kann nicht korrigiert werden. Deshalb besteht selbst nach der Fettabsaugung eine Neigung zu Flüssigkeitseinlagerungen, die mit Schmerzen verbunden sein können. Die Empfindungen nach dem operativen Eingriff sind individuell sehr unterschiedlich und werden von „völlig schmerzfrei“ bis „weiterhin, aber weniger schmerzhaft“ beschrieben. Fest steht: Die entfernten Fettzellen des Lipödems können sich nicht neu bilden. Allenfalls können verbliebene Lipödem-Zellen eine Zunahme des Fettgewebes bewirken. Doch die Zahl ist so gering, dass eine Vermehrung sehr langsam abläuft – und ein zweiter Fettabsaugungs-Zyklus frühestens nach acht bis zwölf Jahren erwogen werden könnte.

Die besten Ergebnisse erzielen Patientinnen mit Lipödemen in den Stadien I bis II. Dabei empfinden Patientinnen mit ausgeprägten Lipödemen (Stadium II und Stadium III) die Verbesserung und Linderung deutlicher als die im Stadium I.

Das Lipödem wird, je nach Schweregrad, in drei Stadien eingeteilt:

Stadium I: Die Hautoberfläche ist noch glatt, das Unterhautgewebe verdickt. Zudem ist die Fettstruktur feinknotig und weist Dellen auf – auch bekannt als Orangenhaut oder Cellulite.

Stadium II: Im zweiten Stadium wird die Hautoberfläche uneben, die Struktur des Fettgewebes grobknotig und dementsprechend zeichnen sich gröbere Dellen ab.

Stadium III: Das dritte Stadium ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe zusätzlich derber und härter wird. Außerdem bilden sich unförmige Hautlappen. Der Zustand kann sich dadurch verschlechtern, dass sich Ödem-Mischformen ausbilden. Bedingt durch die Zunahme des Fettgewebes wird der lymphatische Abfluss der Gewebsflüssigkeit immer mehr behindert. Über mehrere Jahre und ohne entsprechende Behandlung ist das Lymphsystem irgendwann so überlastet, dass es dauerhaften Schaden davonträgt. Die Folge: Eine Kombinationsform von Lip- und Lymphödem (Lipo-Lymphödem).

Für eine Liposuktion eignen sich folgende Areale: 

  • Beine außen von der Hüfte bis zum Fußgelenk
  • Arme von der Schulter bis zum Unterarm
  • Beine innen von der Leiste bis zum Fußgelenk

Die wasserstrahl-assistierte Liposuktion ist eine sichere, komplikationsarme und effektive Methode zur Behandlung des Lipödems. Damit können die erhöhte Schmerzempfindlichkeit und Schwellungsneigung verringert, Folgeerkrankungen wie Gelenkschäden vermieden sowie das Aussehen und die Lebensqualität verbessert werden. Zwischen der Absaugung zweier Areale sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens vier Wochen liegen.

Abhängig vom Befund und den zu behandelnden Arealen kostet eine Lipödem OP ab 2000 Euro pro Eingriff. Die Langzeitergebnisse können sich sehen lassen. Dr. Cornelius Grüber: „Untersuchungen über einen Zeitraum von bis zu elf Jahren nach der Liposuktion haben gezeigt, dass die Beine und die Proportionen unverändert normal waren.“ Ein Viertel der Patientinnen braucht nach dem Eingriff keine Therapie mehr, ein Teil trägt Kompressionsstrümpfe und geht zur Lymphdrainage. Alle Betroffenen haben keine oder viel weniger Beschwerden. Wichtig ist natürlich, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und sich regelmäßig zu bewegen, um in Form zu bleiben.

Nähere Informationen erhalten sie auf der Behandlungsseite, im HANSEATICUM unter der Telefonnummer: 040/20 20 15 15 oder Sie vereinbaren einen Termin über unserer Webseite.