BeautyReport: "Das Geheimnis schöner Augenblicke"

Dr. Cornelius Grüber spricht in der BEAUTYtalk über Lidstraffungen, die große Effektivität dieses Eingriffs sowie OP-Ablauf und Risiken.

Zuviel Haut, eine erschlaffte Muskulatur oder Fettansammlungen sind die Ursachen für einen ungewollt müden Blick. Eine Lidstraffung verspricht neue Jugendlichkeit im Handumdrehen.

Als eine der am häufigsten durchgeführten Schönheits-Operationen erfreut sich die Straffung der Augenlider ständig wachsender Beliebtheit - bei Frauen wie bei Männern. Nicht zuletzt‚ weil der Eingriff als unkompliziert und risikoarm gilt, und dabei trotzdem deutlich sichtbare Effekte verspricht, deren Ursachen für Außenstehende unerkannt bleiben. BEAUTYtalk wollte es genau wissen, und stellte dem plastisch-ästhetischen Chirurgen Dr. Cornelius Grüber aus Hamburg die wichtigsten Fragen zu dem vermeintlich kleinen Schnitt mit großer Wirkung.

Wie heikel ist so eine Operation am Auge?

Bei der Lidstraffung geht es nicht direkt um das Auge, sondern um die Haut die es umgibt - es ist also nicht ganz so heikel, wie es sich anhört. Natürlich ist es dennoch sehr wichtig, einen solchen Eingriff sorgfältig zu planen und von einem routinierten Chirurgen vornehmen zu lassen.

Hilft bei Schlupflidern nur das Skalpell?

Nein. Schlupflider, die noch nicht sehr ausgeprägt sind, können mit non-invasiven Techniken ihren Schrecken verlieren. Mit Mitteln, die die Muskulatur lähmen können die Oberlider und Augenbrauen sanft angehoben werden‚ um das Auge zu öffnen. Dabei ist allerdings die Dosis entscheidend. Wird zu viel eingesetzt, können sich die Brauen absenken und schwer auf die Lider drücken. Das hat den gegenteiligen Effekt und lässt das Auge noch müder wirken. Wenn es für Faltenunterspritzung zu spät ist, bringt eine Oberlidstraffung eine enorme Verjüngung.

Diese Methode steht bei Männern hoch im Kurs

Die Lidstraffung ist inzwischen sogar der meist gewünschte Eingriff bei Männern. Sicher, weil sie dem männlichen Effektivitätsdenken entspricht: möglichst wenig Zeit investieren, den Aufwand überschaubar halten und keine sichtbaren Spuren hinterlassen, damit niemand sieht, dass etwas gemacht wurde.

Wie entstehen Schlupflider eigentlich?

Oft spielen genetische Faktoren eine Rolle. Ich höre immer wieder von Patienten, dass ihre Verwandten die gleichen Probleme haben. Deshalb können auch schon Jüngere betroffen sein. Mit den Jahren verstärkt sich der Effekt‚ gerade bei männlichen Patienten. Das Bindegewebsband kann erschlaffen‚ Fettgewebe hervortreten. Auch das altersbedingte Absinken der Stirn und der Augenbrauen fördert die Entwicklung von Schlupflidern.

Wann sprechen Sie von einem kleinen Schnitt?

Damit ist die bloße Entfernung der überschüssigen Haut gemeint, die muskulären Strukturen bleiben unberührt. Ich setze den Schnitt immer so, dass die Narbe in der Lidfalte verschwindet und anschließend unsichtbar ist.

Wie viel bekommt man von der OP mit?

Die meisten Patienten entscheiden sich für eine lokale Betäubung in Kombination mit einem Dämmerschlaf. Bei dieser minimalen Sedierung mit einem Cocktail aus Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmitteln bleiben sie wach und ansprechbar, erleben den Eingriff aber nicht wirklich mit. Natürlich ist auch eine Vollnarkose möglich.

21 Prozent aller Eingriffe, die im Jahr 2015 bei Männdern durchgeführt wurden, waren Lidstraffungen.

Nützt die bloße Hautstraffung überhaupt?

Hier sind die Hautmenge,die entfernt werden muss und die Lage der Oberlidfurche entscheidend. Geht es um nur wenig Haut und kein Fett‚ genügt der kleine Schnitt meistens. Bei älteren Patienten sind häufig Muskulatur und Bindegewebeband so erschlafft, dass das Augenfett hervortritt. In diesem Fall macht es keinen Sinn, nur die Haut zu straffen. Ein muskelstraffender Eingriff mit gleichzeitiger Entfernung des Fetts verspricht hier das gewünschte Ergebnis.

Männer leiden häufig unter Tränensäcken

Das Wort Tränensack ist eigentlich falsch. Es handelt sich vielmehr um Fettvorwölbungen aus dem Bereich der Augenhöhle, die in jungen Jahren durch eine Membran zurückgehalten werden. Wenn diese erschlafft‚ drückt sich das Fett durch und bildet die mehr oder weniger ausgeprägten Säcke.

Und wie geht am Unterlid alles glatt?

Die überschüssige Haut wird entfernt die sogenannten „Fettpads“ im inneren Augenwinkel reduziert. Im Gegensatz zu früher geht es heute darum, möglichst viel Fettgewebe im Augenbereich zu belassen, um das Volumen zu erhalten. Deshalb wird das überschüssige Fett modellierend entfernt und dorthin umverteilt, wo es im jungen Alter war. Das sorgt für einen frischen Ausdruck. Der Schnitt wird unauffällig am unteren Wimpernkranz gesetzt, bei jüngeren Patienten mit noch straffer Haut genügt ein kleiner Schnitt am inneren Rand des Unterlids.

Was sind die häufigsten Komplikationen?

Blutergüsse und Schwellungen kommen vor, klingen aber meist nach einer Woche ab. Am Unterlid kann es etwas länger dauern. Patienten mit Gerinnungsproblematik oder Bluthochdruck sind eher gefährdet, blaue Flecken zu entwickeln. Dramatisch dagegen ist ein fehlender Lidschluss oder eine narbige Verziehung am Unterlid. Diese Komplikationen sind auf eine falsche Operationsplanung und -technik zurückzuführen.

Wie schnell ist man nach der OP wieder fit?

Obwohl der Eingriff wenig schmerzhaft ist, empfehle ich eine Woche Urlaub zu nehmen, bis die Pflasterstreifen und Fäden entfernt werden. Verräterische Spuren lassen sich danach überschminken und im Sommer unter einer Sonnenbrille verstecken. In den ersten Tagen ist es wichtig‚ die Wunde gut zu kühlen und sich Ruhe zu gönnen. Den Rest erledigt der natürlich Heilungsprozess. Duschen ist nach einem Tag wieder möglich, nachts sollte der Oberkörper zunächst hoch gelagert werden. Schweres heben und bücken ist erst mal tabu, Sport für 14 Tage gestrichen.

Wie lange hält das Ergebnis an?

Abhängig vom Alter und dem Zustand des Gewebes hat man für 15 bis 25 Jahre Ruhe. Bei Unterlidstraffungen noch länger.

"Die Lidstraffung entspricht dem männlichen Effektivitätsdenken, den Aufwand überschaubar zu halten!"

Dr. Cornelius Grüber ist plastisch-ästhetischer Chirurg in Hamburg und Mitbegründer der Praxisklinik HANSEATICUM. Sein Motto: "Wir können fast alles machen, aber nicht alles ist sinnvoll!". Lidstraffungen gehören für ihn zu den sinnvollen Eingriffen, weil sie risikoarm sind und mit wenig Aufwand große Effekte bieten.

AUTOR: DANIELA JAMBREK