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Nach chirurgischen Eingriffen die Wundheilung beschleunigen

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Bei Verletzungen macht der Körper erst einmal keinen Unterschied, ob es sich um kleine oder größere Blessuren handelt. Unser Immunsystem reagiert darauf immer mit einer Standard-Antwort: Es löst eine Entzündung aus, um ausreichend Immunzellen in die frische Wunde zu locken. Der Bereich rötet sich, schwillt an – und der Heilungsprozess beginnt. Kleine Kratz-, Schnitt- und Schürfwunden behandeln sich auf diese Weise quasi selbst und heilen meist von allein ab. Verletzungen durch operative Eingriffe bedeuten für den Organismus natürlich deutlich mehr Arbeit und eine längere Heilungsphase. „Mit speziellen Naht-Techniken während der Operation und durch eine gewissenhafte Nachsorge tun wir unser Möglichstes, um die Wundheilung zu beschleunigen, sagt Dr. Cornelius Grüber, Gründer des HANSEATICUMs.  „Aber auf bestimmte Faktoren haben wir keinen Einfluss.“  

Das Alter und die Gene entscheiden mit über den Heilungsverlauf

Wird die Haut eines Embryos im Bauch der Mutter verletzt, regeneriert sie sich spurlos. Doch schon bei Neugeborenen verheilen Verletzungen nicht mehr narbenfrei und im Laufe der Zeit nimmt die Anzahl oder Aktivität unserer regenerativen Zellen weiter ab, z.B. verliert das Protein HIF die Fähigkeit, sich zu erneuern. HIF übermittelt in allen Zellen entscheidende Selbstheilungssignale, die auch bei der Narbenbildung eine Rolle spielen. Etwa ab dem 30. Lebensjahr werden die Impulse, die von ihm ausgehen, zunehmend schwächer.  Wundheilungsstörungen sind dagegen oft vererbt. „Indem sie bestimmte Dinge tun oder lassen, können die Patienten aber enormen Einfluss auf den Verlauf nehmen“, sagt Dr. Cornelius Grüber, der – wie seine Kollegin Dr. Sonja Tomschik – dieses Thema in jedem OP-Vorgespräch anspricht.

Wie kann man die Wundheilung beschleunigen?

Das A und O ist, dass die Wunde keimfrei bleibt und die Wundränder nicht unter Spannung stehen.  Dr. Sonja Tomschik: „Bei größeren Eingriffen ist mit einer Ruhigstellung und erhöhten Lagerung der betroffenen Körperpartie in den ersten Tagen nach dem Eingriff, schon viel gewonnen.“  Weitere Fakten, Dos & Don’ts:

• Bei einem Mangel an Vitaminen, Spurenelementen und Eiweiß fehlen dem Körper die nötigen Bausteine für den Heilungsprozess. Zink und Vitamin D sind z.B. notwendig für eine gute Wundheilung. Beide Mikronährstoffe beeinflussen die Immun-Antwort der Körpers – Patienten mit einem schlechten Vitamin-D-Status haben ein 3- bis 4-fach erhöhtes Infektionsrisiko. Lässt sich das Defizit nicht über die Ernährung ausgleichen, können  Nahrungsergänzungsmittel die Wundheilung unterstützen und beschleunigen.  

• Rauchen verringert die Durchblutung im Gewebe und bremst so den Heilungsprozess.

• Der Mythos, dass Wunden am besten an der Luft heilen, hält sich hartnäckig. Studien beweisen aber, dass Verletzungen in einer kalten und trockenen Umgebung langsamer verheilen. Es gilt also: Eine warme, feuchte Wundheilung mit Pflaster oder Verband sorgt für eine schnellere Wundheilung.  Dr. Cornelius Grüber: „Feuchtigkeit und Wärme aktivieren die Immunzellen und fördern die Zellregeneration.“     

• In der frühen Phase der Wundheilung bildet sich manchmal Schorf, der auf keinen Fall abgekratzt werden sollte. Juckt die Narbe unangenehm, ist es besser, zu kühlen als zu kratzen.   

• Weitere Faktoren, die die Wundheilung beeinträchtigen, sind Fremdkörper in der Wunde, die Einnahme bestimmter Medikamente, ein geschwächtes Immunsystem, Krebs-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes, wenn durch eine gestörte Durchblutung der Wundbereich mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. 

Der hauteigene Heilungsprozess und die Entstehung von Narben

Narben entstehen, weil der Körper die ihn schützende Hautbarriere so schnell wie möglich wieder aufbauen möchte: Nach einer Verletzung oder einem operativen Eingriff wandern Bindegewebszellen in das geschädigte Gewebe ein und spinnen hastig ein grobes Netz aus Kollagenfasern. Die Express-Reparatur hat ihren Preis: Narbengewebe enthält weder Schweißdrüsen, noch Haare und Talgdrüsen. Und die Kollagenketten, die in unverletzter Haut aufwändig miteinander verflochten sind, sind einfach parallel angeordnet und weniger elastisch. Deswegen fühlt sich Narbengewebe härter an als gesunde Haut. Im Idealfall sind Narben nach einigen Monaten nur noch als blasse Linie oder heller Fleck sichtbar. Aber nicht immer verläuft der Regenerationsprozess problemlos.

Bei unkompliziert verheilenden Narben erzielen sowohl medizinische Gel-Salben als auch pflanzliche Balme und reine Naturöle  gute Ergebnisse. Vielmehr kommt es auf eine konsequente Anwendung an: Um die Struktur der Narbe und ihre Elastizität zu verbessern, sollte sie mindestens über 8 bis 12 Wochen lang, zweimal täglich für etwa 3 bis 5 Minuten eingecremt und mit sanft zupfenden Bewegungen massiert werden. Bei erhabenen Narben oder nach einer gestörten Wundheilungsphase kann die Therapie 2 Jahre dauern. Medizinische Narbenpflege-Gele mit dem Zwiebelextrakt Cepalin  zeigen eine wachstumshemmende Wirkung  Fibroblasten, eine Vorstufe von jenen Körperzellen im Bindegewebe, die verantwortlich für die Bildung von zu viel Narbengewebe sind. Spezielle Narbenpflaster verbessern das Narbenbild ganz ohne Wirkstoffe, indem sie Druck ausüben und so Wucherungen verhindern bzw. glätten. Gleichzeitig bilden sie eine semi-okklusive Barriere, die das Gewebe feucht hält, zu einer leichten Temperaturerhöhung führt und die Restrukturierung der Haut begünstigt.

Genauso wichtig wie die Pflege der Narbe ist ihr Schutz: Eine frische Naht sollte möglichst wenig unter Zug stehen. Sport ist deshalb für etwa vier Wochen tabu. Auch Wannenbäder setzen die Haut in dieser Zeit unter Stress, genau wie UV-Strahlen, die für mindestens ein Jahr gemieden werden müssen. In jedem Fall gilt: Bei stark blutenden, schmerzenden, entzündeten oder wuchernden Narben, sollten Sie sofort Ihren behandelnden Arzt aufsuchen.